Valladolid

Unser Hotel liegt direkt im Zentrum gegenüber der großen Kirche (Templo de San Servacio) und einem kleinen Park. Valladolid ist eine typisch mexikanische Stadt, das Zentrum ist nicht sehr groß und alles Wichtige ist fußläufig gut zu erreichen. Um die Ecke gibt es einen Essens- Stand, der auch im Internet empfohlen wird. Hier gibt es typisch mexikanisches Essen und der Stand ist sehr gefragt. Gegenüber sind ein paar Hocker im Schatten aufgestellt, auf denen man Sitzen und in aller Ruhe essen kann. In Valladolid gibt es eine wunderschöne alte Cenote, die früher die Wasserversorgung der Stadt sicherte. Heute ist Sie eine Touristenattraktion, man kann dort Schwimmen gehen und es gibt ein Restaurant.

Chichén Itzá



Chichén Itzá ist überwältigend und es lohnt sich wirklich so früh wie möglich dort zu sein, denn dann ist es noch nicht so voll. Vom Eingang laufen wir direkt auf den großen Platz und die Pyramide des Kukulkan zu. Der Anblick verschlägt einem erst mal die Sprache.

Wir beginnen unseren Rundgang. Chichén Itzá ist eine der bekanntesten Ruinenstätten auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Die älteste bekannte Inschrift wird dem Jahre 618 n. Chr. zugeordnet. Zwischen dem Jahre 700 und 1200 n. Chr. muss diese Stadt eine überregional bedeutende Rolle gespielt haben. Schätzungsweise lebten hier bis zu 50.000 Menschen. Einzigartig in Chichén Itzá ist, wie verschiedene Architekturstile nebeneinander zu finden sind. Neben Bauten im Puuc-Stil (Hügelland-Stil) gibt es Bauformen, die von toltekischem Stil zeugen. Von der UNESCO wurde Chichén Itzá 1988 zum Weltkulturerbe erklärt.

In Chichén Itzá befindet sich das wohl bekanntestes Bauwerk der Maya, die Pyramide des Kukulkan oder auch El Castillo, in deren Inneren mindestens ein Vorgängerbau verborgen ist. Die Pyramide ist 30 m hoch, hat eine quadratische Grundfläche mit knapp 60 m Seitenlänge und erhebt sich in neun abgeschrägten Pyramidenstufen. Die Treppen an allen vier Seiten umfassen 365 Stufen, entsprechend der Anzahl der Tage des Maya Kalenders. Drei Treppen zählen 91 Stufen und die nördliche Treppe zählt 92 Stufen. Die C- Datierung eines Türbalkens auf dem Pyramidentempel lassen auf eine ungefähre Erbauung um 850 n. Chr. schließen. Bemerkenswert ist das „Schauspiel der gefiederten Schlange“, dass alljährlich zur Tagundnachtgleiche auf der Nordseite zu sehen ist. Der Schatten der gestuften und leicht abgeschrägten Pyramidenkanten fällt dabei auf die Seitenwange einer der Treppen. Dabei entsteht der Eindruck, als würde sich dort eine Schlange hinunterwinden. Dies ist wohl auch der Grund, warum nur die nördliche Treppe in zwei steinernen Schlangenköpfen endet. Man geht davon aus, dass schon den Erbauern dieses Phänomen bekannt war, und sie mit der Wahl der unterschiedlichen Neigungswinkel von Pyramide und Treppe darauf hingearbeitet haben. Eine weitere Besonderheit besteht in der Bauakustik. Stellt man sich vor eine der vier Treppen und klatscht in die Hände, hört man ein Echo, welches dem Ruf einer Krähe entspricht. Da die Maya-Bauwerke weitere akustische Besonderheiten aufweisen geht man davon aus, dass auch diese Effekte absichtlich beim Bau berücksichtigt wurden.

Der wegen seiner Reliefs so genannte Kriegertempel (Templo de los Guerreros) befindet sich östlich der Pyramide des Kukulkan. Das Gebäude besteht aus einem Pyramidensockel mit vier Stufen und einer großen oberen Plattform, zu der eine Treppe führt. Die Außenwände des Pyramidensockels sind mit Reliefdarstellungen geschmückt, sie zeigen Adler, Jaguare und zwischen ihnen Krieger in halbliegender Haltung. Ihre Tracht ist typisch toltekisch, mit waagrechtem Nasalpflock, brillenartigem Schmuck vor den Augen, mit großen Schleifen gebundene Kniebänder und Sandalen, sowie mit Speerschleudern. Das Dach der Hallen und des Tempelinnenraumes wurden von Pfeilern aus quadratischen Steinblöcken getragen. Auf ihnen sind Krieger dargestellt, sowie Adler, die Menschenherzen fressen. Der Eingang zum Tempelinnenraum wurde von zwei Federschlangenpfeilern getragen.

Vor und entlang der Südwand der Tempelpyramide verläuft eine prunkvolle Säulenhalle, bestehend aus vier Flügeln, die sich weiter nach Osten erstreckt und einen großen Hof von drei Seiten umgibt. Sie ist Teil der Halle der 1000 Säulen (Grupo de las Mil Columnas). Südlich und östlich des Kriegertempels verläuft eine ursprünglich mit Maya-Gewölben überdeckte Säulenhalle. Sie ist überall eingestürzt, da die Holzbalken, die die Pfeiler überspannten, verrottet sind. Die Pfeiler aus quadratischen Steinblöcken sind meist allseitig mit aufwendigen Reliefs versehen. Sie zeigen Krieger in toltekischer Tracht und Ausrüstung, sowie Darstellungen von Schlangen und des Vogelmenschen. Aufgrund der Architektur und der Darstellungen in den Steinreliefs geht man davon aus, dass die Hallen zur Versammlung von Kriegern genutzt wurden.

Der Große Ballspielplatz (Juego de pelota) war vermutlich für zeremonielle Zwecke bestimmt. Er befindet sich ca. hundert Meter nordwestlich der Pyramide des Kukulcán. Er ist der größte und bedeutendste der Mayakultur. Das Spielfeld ist 168 m lang und 38 m breit. Die Form der Spielfläche erinnert an zwei gegeneinandergestellte „T“ und wird von acht Meter hohen Mauern eingerahmt. Die Mauern sind ungewöhnlich dick. Von außen führen über fast die gesamte Länge Treppen auf die Oberfläche der Mauern. An den Mauern befinden sich detaillierte Reliefs, die das Geschehen zeigen. Auf den Reliefs ist zu erkennen, dass jemand enthauptet wurde. Aus dem Hals der Enthaupteten wird das herausschießende Blut in Form von sieben Schlangen dargestellt, die bei den Mayas auch als Symbol für Fruchtbarkeit galten. Aus dem Blut, das auf den Boden fließt, erwächst der „Baum des Lebens“. Die Darstellung lässt keine Rückschlüsse darauf zu, ob Gewinner oder Verlierer den Kopf verloren.

Die religiöse und symbolische Bedeutung des großen Ballspielplatzes wird durch die in seinen Mauern befindlichen Tempel unterstrichen. Am bedeutendsten und auffälligsten ist der Tempel der Jaguare der auf dem südlichen Ende der östlichen Seitenmauer des Ballspielplatzes steht, die an dieser Stelle zu einem Pyramidensockel ausgeweitet ist.

Unweit der östlichen Seite des Großen Ballspielplatzes liegt eine Plattform, die wegen ihres Reliefs den Namen Schädelgerüst (Tzompantli) trägt. Diese bezeichnet Plattformen, auf denen ein Holzgerüst errichtet war, an dem die Schädel geopferter Personen befestigt wurden.

Die Venusplattform befindet sich nördlich unweit der Pyramide des Kukulkan. Sie besteht aus einem Mauerblock mit quadratischer Grundfläche, zu dem in der Mitte aller vier Seiten Treppen hinaufführen. Das Flachrelief stellt unter anderem ein Mensch-Vogel-Mischwesen dar, daneben findet sich das Symbol des Planeten Venus.

Zwischen Schädelgerüst und Venusplattform befindet sich noch eine kleinere, aber strukturell gleiche Plattform. Die Flachreliefs zeigen Adler und Jaguare, die menschliche Herzen halten, um sie zu fressen. Deshalb auch der Name Plattform der Adler und Jaguare.

Etwa vierhundert Meter nördlich der Pyramide des Kukulcán liegt die beeindruckende Heilige Cenote (Cenote Sagrado) mit beinahe kreisförmiger Form und senkrechten Wänden. Von Ihr hat Chichén Itza seinen Namen, nämlich Brunnen der Itzá. Auf dem Grund der Cenote fand man große Mengen von Gegenständen, unter anderem Schmuckstücke, Jade, Gold und verschiedene Keramiken. Zudem barg man über fünfzig Skelette. Diese werden als Menschenopfer interpretiert, wofür auch die gesamte Fundkonstellation spricht. Am Rand der Cenote liegt ein kleiner Tempelbau.

Auf dem Weg vom zentralen Bereich von Chichén Itzá zum Nonnenhaus steht das Grab des hohen Priesters (Osarion).

Das Nonnenhaus (Las Monjas) besteht aus einem Gebäudekomplex und liegt auf einem großen Platz, auf dem auch das Caracol und zahlreichen kleineren Bauten errichtet wurden.

Die sogenannte Kirche (Iglesia) befindet sich in unmittelbarer neben dem Gebäudes Las Monjas. Die Gestaltung der Fassaden ist sehr aufwendig und detailreich und zeigt einen deutlichen Kontrast zwischen den unteren Wandflächen, und dem Steinmosaik darüber. Über der Fassade ragt ein Dachkamm auf, der auf einem Band aus Stufenmäandern ruht.

Unweit des Hohepriestergrabes liegt auf einem hohen Sockel mit breiter zentraler Treppe das Rote Haus (Casa Colorada), das seinen Namen von der roten Bemalung in seinem Inneren erhielt, die in kleinen Resten erhalten ist. Die Fassade ist schlicht und wird durch zwei darüberliegende Gesimse und verzierte Zinnenreihen geschmückt. Das Gebäude wird auf ca. 850 n. Chr. datiert und zählt zu den ältesten Gebäuden in Chichén Itzá.

Der Schneckenturm (Caracol) wurde als Observatorium genutzt. Der Name Caracol bezieht sich auf die gewundene Treppe im Inneren, die in den oberen Aufbau des Gebäudes führt.

Chiche Itza 1979

1979 besuchte Klaus Finster auf seiner Mexikoreise bereits die bekannten Mayastädten. Hier einen kleine Auswahl seiner Fotos, ursprünglich als Dias.

Ek Balam

Ek Balam ist eine weitere Ausgrabungsstätte der Maya auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko. Die Stätte befindet sich im Urwald, ca. 30 Kilometer nördlich von Valladolid. Der Name Ek Balam bedeutet in der Sprache der Maya „Schwarzer Jaguar“. Die Stadt war vermutlich zwischen 100 und 1200 n. Chr. besiedelt.

Das bekannteste Bauwerk in Ek Balam ist die sogenannte Akropolis. Es handelt sich um das größte erhaltene Gebäude der Maya-Kultur im Norden der Halbinsel Yucatán. Das Gebäude nimmt eine rechteckige Fläche von 160 m Länge und rund 70 m Breite ein. Der höchste Bauteil ragt noch heute 31 m über das Gelände, war ursprünglich aber rund 6 m höher. Das Gebäude weist 6 Stockwerke auf und umfasst nach dem gegenwärtigen Grabungsstand mindestens 72 Räume. Die Hauptfassade liegt im Süden, in der Mitte verläuft eine mehrfach unterbrochene Treppe bis zum nur noch in kleineren Resten erhaltenen höchsten Stockwerk.

Eine weitere Besonderheit ist der ovale Palast mit seinen eher untypischen Rundungen und die sehr schönen weiteren Bauwerke und Gebäude, sowie der Ballspielplatz. Für Besucher besonders beeindruckend sind die überall aktiven Ausgrabungs- und Rekonstruktionsarbeiten, und die vielen deutlich erkennbaren, noch verschütteten und überwucherten Bauwerke.

Quellenangabe zu den Informationen über die Mayastätten:

Die Götterburgen Mexicos – DuMont Kunst-Reiseführer von Hans Helfritz, DuMont Buchverlag, Köln 1968, ISBN 3-7701-0442-0,

Yucatan und die Maya-Kultur – Geocolor S.A. Barcelona, Spanien, 1978, ISBN 84-7424-040-9

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