Merida ist eine schöne und sehr große Stadt. Rund um den Marktplatz im historischen Zentrum sind viele kleine Stände mit Souvenirs und Handgemachtem, es stehen Kutschen für Stadtrundfahrten zur Verfügung und am Abend sind die Gebäude wunderschön beleuchtet. Gegenüber dem Marktplatz ist die Catédral de San Ildefonso, eine wunderschöne Kathedrale. Es gibt hier viele tolle Restaurants mit Mexikanischer Küche. Nach einem Besuch von Uxmal lohnt es sich gegenüber der Straße ins Schokoladenmuseum zu gehen. Eine wunderschöne Anlage mit Wildtieren und verschiedenen Häusern, in denen die Entstehung der Schokolade erklärt wird.




















Uxmal
Die Ruinenstadt Uxmal liegt in der leicht welligen Karstlandschaft, etwa 80 Kilometer südlich von Mérida. Die Stadt erlebte vermutlich ihre Hochblüte um die Zeit 600 – 1000 n. Chr., wurde aber bereits ein bis zwei Jahrhunderte später völlig verlassen. Schätzungsweise bis zu 25.000 Menschen lebten hier. Uxmal ist eine der schönsten und eindrucksvollsten Mayastätten, nicht zuletzt wegen seiner filigran und aufwändig gestalteten Steinfassaden im Puuc-Stil (Hügelland-Stil). Trotz intensiver, moderner Forschungsarbeit ist die Geschichte von Uxmal ist so gut wie unbekannt.
Die Bauten werden von der „Pyramide des Wahrsagers überragt, die wie die meisten Gebäude in Uxmal während der Besiedlung der Stadt immer wieder umgebaut und erweitert wurde. Die Pyramide ist das größte und markanteste Bauwerk in Uxmal. Die C- Datierung eines Holzbalkens am Unterbau der Pyramide ergab ein alter von ca. 1500 Jahren. Die Pyramide des Wahrsagers ist, wie viele Tempel und Bauten der Maya Architektur auf Himmelsereignisse ausgerichtet. So steigt beispielsweise die Sonne zur Tagundnachtgleiche exakt mittig der Pyramide des Wahrsagers in Uxmal auf. Zudem ist dieses Bauwerk aufgrund seiner aufwendigen Ornamente im Tempelbereich und der steilen Aufgangstreppe besonders beindruckend.
Zwischen der Pyramide des Wahrsagers und dem Nonnenviereck liegt ein Hof, der Vogelplatz genannt wird. Der Name kommt vom Fassadendekor des südöstlichen Gebäudes, der Vögel zeigt. Der Hof wird von vier Gebäuden gebildet, West- Süd-, und Nordgebäude. Die Ostseite bildet die Pyramide. Die Rekonstruktion der vier Gebäude wurde erst 1994 abgeschlossen. In der Mitte des Hofes steht ein konischer Altarstein.






























Die vier rekonstruierten Palastbauten des Nonnenkloster-Vierecks liegen um einen rechteckigen Hof. Zwei bemalte Gewölbedecksteine aus dem Komplex des Nonnenvierecks tragen Daten für die Jahre 906 und 907 und bilden damit die letzten in der ganzen Puuc-Region erhaltenen, zuverlässig lesbaren Daten. Das Südgebäude besteht aus zwei identischen, spiegelbildlich gestalteten lang gestreckten Gebäuden mit einer Länge von ca. 80 Metern, deren Hauptteil zwei Reihen von jeweils vier Räumen beinhaltet. Die Gebäude sind durch einen Torbogen verbunden, der den Zugang zum Innenhof von der großen Südtreppe gewährleistet. Dies ist der einzige monumental und repräsentativ gestaltete Zugang zum gesamten Komplex.
Das östliche und das westliche Gebäude sind gegenüber dem Hof um mehrere Treppenstufen erhöht. Die Gebäude verfügen über 14 Innenräume, die in einem komplexen Grundriss ausgelegt sind. Über einer völlig glatten unteren Wandfläche zeigen die oberen Wandflächen einen Wechsel von ebenfalls glatten Flächen und Feldern mit Gittermuster. Die Gittermuster bildeten wahrscheinlich das Gittergeflecht der Maya-Hütten nach. An den Ecken sind Kaskaden von Chaac-Masken eingebaut. In der oberen Wandfläche des Westgebäude ist ein komplexeres Wandmuster eingearbeitet. Über dem mittleren Eingang befindet sich ein Thron mit Herrscherfigur und überdimensionalem Federschmuck. Zudem ineinander verwundene Schlangen, die mit Federn besetzt sind und die Idee des Quetzalcoatl bzw. Kukulkan anzudeuten scheinen. An den Ecken die üblichen übereinander gestaffelten Chaac-Masken.
Das Haus des Leguans liegt zwischen dem Nonnenviereck und der Plattform des Gouverneurspalast.
Der Ballspielplatz liegt zwischen den Plattformen des Nonnenvierecks im Norden und des Gouverneurspalastes im Süden, er ist ungefähr nach Nord-Süd ausgerichtet. Wie bei allen spätklassischen Ballspielplätzen wird er aus zwei massiven Mauerblöcken gebildet, zwischen denen zwischen niedrigen Bänken die Spielgasse verläuft, in der das eigentliche Spiel stattfand. Die seitlichen Mauerblöcke sind etwas über 7 Meter hoch sind, dienten hauptsächlich als die Reflexwand, von der der auf sie treffende Ball zurück in die Spielgasse geleitet wurde. Die Reflexwände waren dementsprechend glatt gehalten. In der Mitte jeder Seite war ein steinerner Ring eingelassen. Das Ziel des Ballspiels war, mit dem Ball aus massivem Kautschuk durch den Ring zu treffen, wobei der Ball nur mit der Hüfte gespielt werden durfte.

















Ein weiteres sehr beindruckendes Gebäude ist der auf einer hohen Plattform gelegene sogenannte Gouverneurspalast. Auf die Plattform führen Treppen von Norden. Der Gouverneurspalast, ist etwa 100 Meter lang, steht etwas westlich der Mitte der großen Plattform auf einer Weiteren, kleineren, langen und schmalen Plattform von rund 109 Meter Länge, zu der von Osten eine 40 Meter breite Treppe hinaufführt. Der Palast beinhaltet 14 verschieden großen Räume, die in zwei parallelen Reihen angeordnet sind. Der zentrale Raum der Hauptfassade ist durch drei Eingänge gekennzeichnet und auf ihn ist auch das Fassadendekor ausgerichtet. Auf der Terrasse neben dem Gebäude befindet sich die Steinfigur aus zwei miteinander verschmolzenen Jaguaren, die einen zweiköpfigen Jaguar Thron darstellt und dem Herrscher wohl als Sitzplatz diente. Die Fassadengestaltung ist typisch für den Uxmal-Stil, hier aber besonders aufwändig. Sie besteht aus einer vielfachen Kombination der folgenden Elemente; Spiralen, links- und rechtsorientiert, jeweils spiegelbildlich zueinander, Felder mit Rauten-Gittermuster, sowie einer Kette von Chaak-Masken, sowie Bänder mit Schlangenköpfen und Federschmuck an den Enden. Darüber ineinander verschlungen Bänder, sowie Stufenmäander. Der obere Abschluss wird durch ein hohes, vorragendes Band gebildet. Die Schmalseiten des Gouverneurspalastes tragen dasselbe Dekor von Stufenmäandern und Gitterfeldern.
Das wegen seines Dekors im oberen Gesims so genannte Schildkrötenhaus liegt auf der großen Terrasse des Gouverneurspalasts wenige Meter nördlich des Palastes auf der großen Plattform.















Die nach ihrem Volumen größte Pyramide von Uxmal, deshalb auch Hauptpyramide genannt und nahe der Rückseite des Gouverneurspalastes gelegen, ist ein isoliert stehendes Bauwerk mit annähernd quadratischer Grundfläche von ca. 80 Metern Seitenlänge.
Das wegen der großen Zahl von schlitzförmigen Öffnungen im Dachkamm so genannte Taubenhaus besteht aus zwei parallelen Reihen von Räumen. In der Mitte befindet sich ein überwölbter Durchgang, der die Verbindung zu einem weiteren Hof bildet. Der gut erhaltene Dachkamm, ruht auf der Mittelwand des Gebäudes.
Wie in vielen anderen Maya-Stätten befinden sich auch in Uxmal noch viele weitere Pyramiden, Tempel und Gebäude, die noch verschüttet sind.












Uxmal 1979
Im Jahre 1979 besuchte Klaus Finster auf seiner Mexikoreise bereits die bekannten Mayastädten. Hier einen kleine Auswahl seiner Fotos, ursprünglich als Dias. Besonders interessant sind neben der Vegetation, die sich seit 1979 prächtig entwickelt hat, die rekonstruierten Bauten. Insbesondere die Gebäude, die heute den „Vogelplatz“ vor der Pyramide des Wahrsagers umschließen waren 1979 noch vollständig zerfallen.






Quellenangabe zu den Informationen über die Mayastätten:
Die Götterburgen Mexicos – DuMont Kunst-Reiseführer von Hans Helfritz, DuMont Buchverlag, Köln 1968, ISBN 3-7701-0442-0,
Yucatan und die Maya-Kultur – Geocolor S.A. Barcelona, Spanien, 1978, ISBN 84-7424-040-9
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