Für die Busfahrten zwischen den einzelnen Stationen haben wir das Busunternehmen Viazul ausgesucht. Hier kann man bequem vorab online von zuhause alle Busfahrten buchen. Die Reisebusse sind vollkommen in Ordnung, etwas in die Jahre gekommen und nicht so sauber, dafür aber noch sehr gut klimatisiert. Wir haben uns für die Fahrten immer Jäckchen oder Pullover eingepackt, damit wir auf den längeren Fahrten nicht frieren. Da es in den Bussen keine Toiletten gibt, machen die Fahrer zwischendurch Pausen. Manchmal gibt es hier die Möglichkeit etwas zu essen oder zu trinken zu kaufen. Die Fahrt von Havanna nach Viñales dauert 4 Std. 15 Min. Auf etwa halber Strecke machen wir eine größere Pause, an einer Art Autobahnraststätte. Die „Autobahnen“ sind doch etwas anders wie in Deutschland. Der Zustand ist meist schlecht und es gibt riesige Schlaglöcher. Auch die Verkehrsteilnehmer sind nicht autobahntypisch. Hauptsächlich fahren hier Oldtimer, alte LKW – meist mit Passagieren auf der Ladefläche, aber auch einfache, meist selbstgebaute Pferdefuhrwerke.














Valle Viñales
Viñales ist geprägt von einer wilden und einmaligen Landschaft mit traditioneller Landwirtschaft ohne die Hilfe von Maschinen. Tabak- und Kaffeeplantagen. Fahrräder, Pferde und Kutschen sind hier bevorzugte Fortbewegungsmittel. Unsere Unterkunft in Viñales ist die „Villa Los Nañes“. Bei Yineris und Ihrer Familie. Die Zimmer sehr liebevoll und sauber eingerichtet. Wir fühlen uns alle sofort sehr wohl. Hier kann man das das rundum Sorglos Paket genießen, denn ob Fahrer, Wasser oder auch Essen, Yiñeris kann alles organisieren und kocht sehr lecker für uns. Außerdem ist diese Unterkunft geradezu ideal mit kleinen Kindern, die frei spielen wollen. Durch ein größeres Tor neben der Garage kommt man in einen kleinen Innenhof, von dem aus man in die Zimmer kommt und in dem die Kinder sich frei bewegen und spielen können. Es stehen die für Kuba typischen Schaukelstühle zum Entspannen bereit.
Am ersten Morgen in Viñales fahren wir früh los auf den Aussichtspunkt am Hotel Los Jazmines um diesen atemberaubenden Ausblick zu genießen und zu fotografieren. Kurz nach Sonnenaufgang liegen die Mogotes noch im Nebel. Eine Stunde später ist die Sicht auf die umliegenden Tabakplantagen in den Tälern bereits klar. Viñales gilt als Herz des besten Tabakanbaugebiets der Welt- Vuelta Abajo. Hier entstehen die besten Zigarren der Welt und das alles ohne Maschine in reiner Handarbeit.
Danach geht es direkt weiter zu einer Tabakplantage. Eine Tour auf eine der Plantagen ist absolut empfehlenswert. Nachdem wir im Tabakhaus einiges Rund um das Thema Tabakanbau, Ernte, Fermentierung und Verarbeitung erklärt bekommen haben geht es weiter zu einem kubanischen Mojito mit einer Probe- Zigarre. Hier wird uns dann auch eindrucksvoll gezeigt wie eine Zigarre gerollt wird. Der fermentierte Tabak hat einen tollen Geruch nach Kakao…die frischen Zigarren riechen süß nach Honig und Karamell. Ein außergewöhnliches Erlebnis aus Eindrücken und Aromen. Maschinen oder Traktoren gibt es aufgrund der Unzugänglichkeit des Tales so gut wie keine. Einziges Hilfsmittel für die Tabakbauern: Pferde und Ochsen.























Ausritt & Kutschfahrt
Am Nachmittag organisiert uns Yiñeris eine Kutschfahrt, die nicht weniger abenteuerlich ist als unser Ausritt zu Pferd. Eine selbst gebaute Kutsche, zum Teil aus einfachem Baustahl zusammengeschweißt, ohne Sitzpolster und Federung, dafür aber mit Radio. Wir fahren durch das Tal bis zum Mural de la Préhistoria und zur Casa de Ana. Dort gibt es ein riesiges Wandgemälde an der Felswand eines „Mogotes“. Dieses stellt in 12 Szenen die Evolutionsgeschichte des Menschen dar. Das etwa 120m hohe und etwa 160m breite Kunstwerk soll eines der größten auf der Erde sein. Auf dem „Parkplatz“ der Kutsche stehen einige Pferde und unsere Kinder dürfen, nachdem wir gefragt haben, auf den Pferden sitzen und strahlen um die Wette. Die Casa de Ana ist eine kleine Bar auf einer Anhöhe von der aus man eine fantastische Aussicht auf die umliegenden Mogotes hat.
Am nächsten Morgen machen wir einen weiteren Ausflug zur Casa del Veguero- eine Tabakfarm mit den berühmten Trockenhäusern. Diese sind bei unserem 2. Besuch auch gut gefüllt. Hier gibt es ein kleines Restaurant und einen Souvenirshop. Im Restaurant spielt eine Live Band und unsere Kinder dürfen auch mal ins Mikrophon sprechen und alle haben großen Spaß.
Zurück in unserer Unterkunft gibt es ein kleines Mittagessen und dann wartet das nächste Abenteuer auf uns- ein Ausritt zu Pferd durch das Viñales Tal. Unvergesslich und wunderschön. Wir nehmen die Kinder jeweils vor uns auf den Sattel und schon geht es los. Der Ausritt geht durch wildes, teils steiles Gelände, durch Wasser- und Schlammlöcher in denen die Pferde bis zum Bauch einsinken.
Unser kleiner Sohn ist trotz des unwegsamen Geländes und dem Geschaukel auf dem Pferd eingeschlafen. Bei einem kurzen Stopp und einer kleinen Erfrischung kann er noch ein wenig schlafen. Und auch hier sehen wir wieder Truthahngeier, die uns schon in Havanna aufgefallen sind und die es überall auf Kuba gibt. Der nächste Halt bei unserem Ausritt ist eine Kaffeeplantage bzw. eine der viele Organic Farmen- hier kommen wir dann in einen ordentlichen Regenguss der die Umgebung innerhalb kürzester Zeit komplett unter Wasser setzt. Auf der Farm werden Kaffee, Kakao, Limetten und natürlich Tabak angebaut. Das alles schauen wir uns bei unserem 2. Besuch (1 Jahr später) genauer an.




































Benitos Haus
In Viñales gibt es eine Reihe empfohlener Restaurants, die wir auch ausprobieren. Zur Freude der Kinder gibt es dort hausgemachte und sehr leckere Patatas Fritas und Pasta mit Tomatensauce. An einem Tag gibt es dort einen Markt, ähnlich einem Wochenmarkt bei uns, allerdings mit vielen Souvenirs und handgemachten Dingen wie z.B. kleinen Vögeln aus Holz zum hinhängen. Unsere Kinder suchen sich einen Kolibri, einen Papagei und einen Tukan aus.
Ein Besuch an den wir uns sehr gerne erinnern ist der Besuch bei Benito, bekannt aus der WDR Doku-Reihe „Wunderschön“. Der Besuch seiner Tabakplantage „Finca de tabaco Benito Nodars“ ist ein Muss und wir haben dort eine tolle Zeit. Benito zeigt uns stolz seine Farm, den Kindern alle seine Tiere und pflückt Ihnen Mini- Bananen aus seinem Garten. Die Erwachsenen bekommen in der Zeit von seinem selbst angebauten Kaffee, ein Glas Rum und natürlich eine seiner berühmten Zigarren. Hier möchte ich nochmal erwähnen, dass die Menschen auf Kuba unfassbar gastfreundlich sind und sich immer sehr freuen und stolz ihre Farmen, Häuser, etc. präsentieren. Kinder sind immer und überall willkommen und egal wie arm diese Menschen auch sind, sie sind glücklich mit dem was sie haben.













