Trinidad

Wir fahren zu unserer nächsten Station mit einem Zwischenstopp und Übernachtung in Havanna. Wieder nutzen wir Viazul und fahren von Havanna aus nach Trinidad. Die Fahrt dauert ungefähr 7 Stunden. Einen kurzen Halt gibt es diesmal an der Playa Girón an der Südküste Kubas in der Schweinebucht. Hier landeten im April 1961 während Ihrer Invasion von den USA ausgerüstete und unterstützte Exil-Kubaner. Nach nur 72 Stunden war der Angriff abgewehrt. Einige Ausrüstungsgegenstände und umfangreiche Informationen zum Kampf sind im Museum Playa Girón ausgestellt. Auf der Fahrt sehen wir Reisfelder, Sümpfe und immer wieder alte Brücken, die schon lange fertig gestellt sind, zu denen es aber keine Straßen gibt.

Trinidad

Die kleine, ehemals reiche Kolonialstadt Trinidad, war einst Zentrum des Sklaven- und Zuckerhandels. Hier gibt es viele bunte Häuser mit kunstvoll geschmiedeten Fenstergittern entlang der alten Kopfsteinpflasterstraßen. Die Stadt an der Südküste ist umgeben von unberührter Natur, wo abenteuerliche Pfade durch den Urwald zu traumhaften Wasserfällen führen.

Unsere Unterkunft dort ist das „Hostal Rolando y Dianelys“. Wieder ein Casa Particular mit einem wunderschön eingerichteten großen Zimmer mit Balkon und nur wenige Straßen vom Zentralplatz, dem Plaza Mayor mit der Kathedrale von Trinidad entfernt. Rolando und Dianelys empfangen uns sehr freundlich und sind begeistert von unseren Kindern, die Ihnen so viel erzählen möchten und ganz aufgeregt sind. Ich versuche so gut es geht zu übersetzen. Auf Rolandos Dachterrasse wachsen Mangos und ich habe in meinem Leben noch nie so eine unfassbar gute Mango essen dürfen, wie bei ihm. Das Frühstück ist reichlich und liebevoll für uns gerichtet.

Wir machen einen Spaziergang durch Trinidad und schauen uns den Plaza Mayor mit der Kathedrale „Iglesia  de la Santisima Trinidad“ an. Die imposante Kirche aus dem 19. Jahrhundert liegt am Hauptplatz mitten im Herzen von Trinidad und ist ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundung der alten Kolonialstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Rund um den Plaza Mayor befinden sich alle bedeutenden Museen der Stadt. Wir laufen durch die Straßen mit Kopfsteinpflaster und sehen immer wieder Pferdekutschen, aber auch die farbenfrohen Oldtimer Kubas. Die Stadt befindet sich im Escambray-Gebirge und zugleich in unmittelbarer Nähe des Karibischen Meers – hier ragen Kiefern wie auch Königspalmen in der Landschaft empor. Trinidad auf Kuba liegt in der Provinz Santi Spíritus und war in der Kolonialzeit die Residenz der Zuckerbarone. Am ersten Abend finden wir ein Restaurant, bei dem wir ganz oben auf der Dachterrasse einen fantastischen Blick über Trinidad genießen dürfen während wir essen. Ein weiteres Highlight ist das „Sol y Son“ ein echter Geheimtipp. Das Sol y Son ist ein sogenanntes Palladar ein privat geführtes Restaurant oder auch Wohnzimmer- Restaurant genannt. Hier kann man in gemütlicher Atmosphäre kubanische Speisen und Getränke ganz traditionell genießen. Man sitzt hier in einem Innenhof mit kleinen Brunnen mit Schildkröten und kubanischer Live Musik. Das Essen schmeckt ausgezeichnet und wir haben einen tollen Abend. Die Kinder finden großen Spaß an den Schildkröten und tanzen ausgelassen zur Live Musik.

Urwald

Rolando empfiehlt uns als Ausflugstipp den Parque el Cubano. Hier soll man eine tolle Wanderung durch den tropischen Urwald machen können und am Schluss an einen Wasserfall kommen, an dem man auch baden kann. Er organisiert uns einen Fahrer, der uns in seinem Oldtimer zum Parque fährt und später auch dort wieder abholt.

Der Parque el Cubano ist ein kubanischer Nationalpark. Dort angekommen gibt es am Eingang ein Restaurant. In diesem zahlt man auch den Eintritt und bekommt ein Ticket, das man später zum Baden am Wasserfall vorzeigen bzw. beim Kontrolleur abgeben muss. Wir bezahlen und schon geht es los. Es ist ein abenteuerlicher Spaziergang in der tropischen Hitze. Der Weg durch den Urwald ist beschwerlich und führt uns über steinige, teils steile Passagen und wackelige Hängebrücken am Flusslauf entlang, meistens schön im Schatten. An zwei Stellen muss man einen Fluss überqueren. Dieser ist nicht tief aber man sollte tatsächlich besser seine Schuhe ausziehen. Wir hangeln uns barfuß mit jeweils einem Kind auf dem Arm am über dem Fluss gespannten Seil hinüber. Das Wasser im Fluss ist eiskalt und eine tolle Erfrischung zwischendurch. Weiter geht es auf unserem Weg und auf der Suche nach einem Stock für die Kinder entdecke ich eine große Schlange. Später finden wir heraus, dass es eine Kubanische Schlankboa gewesen sein muss.

Am Ende des Weges ist der beeindruckende Wasserfall. Für den, der möchte, gibt es Schwimmwesten. Man kann von einer Brücke oder von der Seite ins Wasser springen aber weiter vorne auch langsam ins Wasser gehen. So ist es für unsere Kinder ideal, wenn auch sehr kalt und erfrischend. Es ist herrlich und wunderschön hier. Es sind auch viele Einheimische vor Ort, die zum Baden kommen. Nach dem Rückweg wartet unser Fahrer schon auf uns und wir fahren etwas erschöpft nach Hause. Die Kinder schlafen beide im Auto ein.

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