Abgenutzt, heruntergekommen aber trotzdem prächtig! Trubel in der Hauptstadt Havanna, bunte Oldtimer vor pastellfarbenen, teils zerfallenen Kolonial-Fassaden. Historische Altstadt, überall kubanische Livemusik, zerfallene Häuser, Zigarren- und Rumfabriken und natürlich der Malecón…
Nach 20 Jahren bei einem Arbeitgeber steht 2018 ein Job- und Arbeitgeberwechsel an. Bei einem solch großen Einschnitt ist eine kleine „Auszeit“ genau das Richtige und so beschließen wir eine kleine Rundreise durch Kuba zu machen. Den Kopf frei bekommen und eintauchen in eine völlig andere Welt. Wir finden sehr günstige Flüge und fliegen mit unseren zwei Kindern (2 ½ und 4 Jahre) direkt von Frankfurt nach Havanna und zurück. Die Flugzeiten gegen Abend passen auch gut. Nach dem Start gibt es ein keines Abendessen und danach können die beiden Kinder problemlos einschlafen und schlafen durch, bis wir in Havanna gelandet sind.
Es ist laut, schwül, stickig, dreckig und die Abgase der Autos verursachen Kopfschmerzen. Und doch ist Havanna für uns die schönste Stadt der Welt. Die Wunderschönen, bonbonfarbenen US-Amerikanischen Oldtimer vor der Kulisse pastellfarbener Kolonialhäuser, teils zerfallen… einfach traumhaft. An jeder Ecke und aus jedem Cafè, jeder Bar und jedem Restaurant ertönt Salsa. Ein Besuch am Plasa de la Catedral und dem Plasa Vieja darf ebenso wenig fehlen wie der Besuch des Kapitols und des Prados (Paseo de Marti). Ein Spaziergang am berühmte Malecón…
Schon beim Aussteigen aus dem Flieger in Havanna ist es heiß und drückend schwül. Im Flughafengebäude – eher eine Baracke – geht es erst einmal zur Einreisekontrolle. Die Schlangen sind lang es dauert eine Weile bis wir dran sind. Die Pässe und die Touristenkarten werden kontrolliert und abgestempelt. Zudem werden Fotos von uns gemacht. Nach der Einreisekotrolle geht es zur Gepäckausgabe. Eine große Halle mit zwei Gepäckbändern. Die Halle ist voller Menschen und alles scheint etwas chaotisch. Wir können unser Gepäck entgegennehmen und finden schnell den Weg nach draußen. Hier stehen Menschenmassen…Taxifahrer, die auf Fahrgäste hoffen. Wir gehen zunächst an allen vorbei und suchen einen Geldautomaten, um Bargeld zu holen. Vorab konnte man keine Kubanischen Pesos bekommen oder tauschen- das war in Deutschland nicht möglich. Nachdem wir Bargeld geholt haben suchen wir uns einen vertrauenswürdigen Taxifahrer und lassen uns zu unserer ersten Unterkunft in Havanna bringen.
Unsere Unterkünfte haben wir vorab zuhause online gebucht und immer sogenannte Casas Particulares d.h. ähnlich wie Ferienwohnungen in Deutschland sind das hier Zimmer im Haus der Gastgeber. Unsere erste Unterkunft liegt in Havanna Vedado und wir haben es nicht weit zum Malécon. Endlich angekommen zeigt uns unser Gastgeber die Zimmer, das Bad und die Küche. Wir haben 2 Zimmer, so dass jeder Erwachsene mit einem Kind im Zimmer schlafen kann. Direkt vor dem Haus in einer Hecke sehe ich einen schwarzen Kolibri, mitten in der Stadt an der Hauptstraße mit den vielen lauten Autos.

Gegenüber unserer Unterkunft beobachten wir eine lange Schlange von Menschen. Hier befindet sich die berühmteste Eisdiele Havannas „Coppelia“, in dem die Kubaner für kleines Geld Eis essen können und es herrscht großer Andrang. Leider musste das Eiscafé im November 2023 aufgrund des dramatischen Milch- und Zuckermangels schließen.
Es ist heiß und extrem stickig durch die ganzen Abgase. Die ersten Eindrücke sind unbeschreiblich und die tropische Hitze lässt uns ordentlich schwitzen. Nicht nur an die Abgase der Autos, sondern auch an den ordentlichen Lärm, der von der Hauptstraße ausgeht, müssen wir uns noch gewöhnen. Die ersten Tage haben wir Kopfschmerzen. Nachdem wir uns eingerichtet haben, ziehen wir los und machen einen Spaziergang durch Havanna Vedado und schließlich am Malécon. Der Stadtteil Vedado der kubanischen Hauptstadt ist das moderne Zentrum. Vedado bildet den Hauptteil der städtischen Verwaltungseinheit „Plaza de la Revolución“, Im Osten grenzt Vedado an den Stadtteil Centro Habana, im Westen an Miramar. Die Nordgrenze bildet der Malecón.
Entlang der Stadtmauern entdecken wir alte Kanonen. Diese stehen überall entlang der Stadtmauern- unsere Kinder müssen darauf unbedingt mal Probe sitzen. Auch sehen wir viele alte russische Busse, die als Schulbusse genutzt werden. Wir sind viel zu Fuß unterwegs, denn so kann man die Stadt tatsächlich am besten erkunden. Wir spazieren bei tropischen Temperaturen von Habana Centro bis zum Malécon und nach Habana Vieja.





































In Havanna haben wir auch eine zweite Unterkunft gebucht, da wir bei unserer ersten Reise auch in Trinidad waren und die Fahrt von Viñales nach Trinidad für die Kinder einfach viel zu lang gewesen wäre. Also haben wir einen Zwischenstopp in Havanna eingelegt, eine Nacht dort geschlafen und sind am nächsten Morgen von Havanna nach Trinidad gefahren. So war die Reise viel entspannter und wir lernten Yucy kennen, bei der wir dann auch während unserer 2. Kubareise in Havanna gewohnt haben. In Ihrem wunderschönen Haus in Havanna Downtown Vedado haben wir ein großes, geräumiges Zimmer mit 2 großen Betten und einem Bad. Einen kleinen Kühlschrank gibt es hier auch. Yucy ist uns eine große Hilfe, ruft für uns in Restaurants an, um einen Tisch zu reservieren und organisiert uns einen Fahrer, der uns für kleines Geld überall hinfährt und zuverlässig wieder abholt. Das Frühstück bei Yucy ist jeden Tag „kubanisch abwechslungsreich“, reichhaltig und sehr lecker. Immer dabei Bomba Fruta und Guavadita in verschiedenen Varianten. Mal püriert als Saft oder einfach nur geschnitten. Aber ist gibt jeden Morgen Honig, sehr zur Freude unserer Kinder.

Wir bummeln durch die Straßen von Habana Vieja. Havanna hat mehrere Stadtteile. Wir sind unterwegs in Havanna Vedado, Havanna Centro und Havanna Vieja. Für unsere kleine Tochter ein absolutes Highlight ist die Kutschfahrt durch Habana Vieja, eine bessere City-Tour gibt es nicht!
Wir erkunden Centro Habana und schauen uns das El Capitolio de Habana – Das Kapitol an, vorbei an der Zigarrenfabrik Partagás und dem Staatstheater. Immer wieder laufen wir an für Kuba typischen Obstgeschäften vorbei. Hier kann man herrliches Obst kaufen z.B. goldgelbe Ananas, Mango, Banane und Vieles mehr. Wir erkunden den Plaza Vieja, die historische Altstadt und die Straßen im Centro Habana bis hin zum Plaza de la Catédral. Natürlich besuchen wir auch das El Capitolio de Habana – Es ist das bekannteste Gebäude und Symbol der Stadt. Zurzeit wird es noch von einer Deutschen Firma restauriert aber schon bald sollen hier wieder Sitzungen des kubanischen Parlaments abgehalten werden. Pünktlich zum 500. Geburtstag von Havanna, im November 2019, soll das Gebäude dann vollständig saniert sein.
Natürlich kommen wir auch an der weltbekannten Bar „El Floridita“ vorbei. Hier- in Hemmingways Lieblingsbar- soll der Daiquiri erfunden worden sein und gilt als bester Daiquiri Kubas. Wir sehen auch das Haus des kubanischen Nationalhelden José Martí. Auch die historischen Fahrzeuge sehen wir überall in der Stadt und in allen erdenklichen bunten Farben. Sie werden für Taxifahrten angeboten aber auch für Sightseeing-Touren durch die Stadt. Beeindruckend sind die wunderschönen Häuser im Kolonialstil, die oftmals einen bunten Anstrich haben. Ein Stück weiter sieht man aber auch zerfallene, ruinenartige Häuser, die aber dennoch bewohnt sind. So lebt ein Großteil der Kubaner in Havanna. Diese krassen Gegensätze in Havanna machen die Stadt so faszinierend und hinterlassen unglaubliche Eindrücke.





























Was uns besonders gut gefällt ist die Musik auf Kuba. Überall, egal wo man sich in der Stadt aufhält- es wird Musik gespielt, meistens live und die Menschen sind fröhlich und tanzen und lachen. Auch unsere Kinder tanzen und freuen sich über die schöne Musik. Auffällig ist auch, dass alle Kubaner fröhlich, glücklich und auch sehr aufgeschlossen sind und das alles trotz der Missstände und dem Fehlen an Allem. Oft werden wir sehr freundlich angesprochen und gefragt woher wir kommen. Die Kubaner sind sehr interessiert und einige erzählen uns, dass sie zu DDR-Zeiten auch schon mal inDeutschland waren. Abends am Malécon sehen wir auch viele Kubaner, die den Sonnenuntergang am Malécon genießen. Es ist eine wunderschöne Kulisse, wenn die Sonne am Horizont im Meer verschwindet. Wir sitzen auf der Mauer, machen Fotos am Malécon und genießen die Stimmung.
Im Stadtteil Cerro, der sich im südwestlichen Teil der Altstadt befindet und noch weitestgehend aus ca. 200 Jahre alten Fincas besteht, sehen wir uns das kleine Rum Museum Legendario an. Wir besuchen auch den Zentralfriedhof La Habana „Necropoli Cristóbal Colón”. Dies ist einer der größten und schönsten Friedhöfe & Pilgerstätte in Lateinamerika. Auf einer Fläche von 56 Hektar umfasst das Straßennetz des Friedhofs ca. 20km.
Natürlich sehen wir die Skulptur „Cristo de la Habana“. Sie befindet sich in der Stadt Casa Blanca und wurde am Heilig Abend 1958 auf dem Hügel La Cabaña aufgestellt. Die Statue ist komplett aus Carrara- Marmor (300 Tonnen) gefertigt, 20m hoch und steht auf einem 3m hohen Sockel. Die Einheimische erklären uns scherzhaft – die Haltung der Hände seien geformt, um eine Zigarre in der rechten und einen Mojito in der linken Hand zu zeigen. Die wichtigsten kubanischen Kulturgüter. Direkt daneben befindet sich das Haus von Che Guevara, die „Comandancia del Che“. Es ist heute als Museum zugänglich und zeigt persönliche Gegenstände von Ernesto Che Guevara.
In der Nähe steht die Iglesia de Paula. 1668 erbaut und nach dem Heiligen Franz von Paula benannt. Sie gilt als älteste Kirche Havannas und ist seit 1944 offiziell ein Nationaldenkmal Kubas. Heute wird sie für Kunstausstellungen und Konzerte klassischer Musik genutzt. In der Mittagshitze kehren wir am Plaza del Cristo im „El Dandy“ ein und genießen erfrischende Getränke und für die Kinder gibt es tatsächlich ein richtiges Eis.
In Havanna gibt es so viele Dinge zu erkunden und so lassen wir uns von einem Fahrer an die Hafenfestung „Castillo de los Tres Reyes del Morro“ und zum „Fortaleza de San Carlos de la Cabaña“ bringen und erkunden diese ausgiebig. Das Castillo de los Tres Reyes del Morro ist eine Festung im kubanischen Havanna. Sie befindet sich auf einem „El Morro“ genannten Felsen an der Ostseite der Einfahrt zur Hafenbucht und dient heute als Museum. Ursprünglich wurde sie 1589 zum Schutz des Hafens erbaut. Als wir durch die Festung laufen winkt uns der Hafenmeister von seinem Wachturm heran. Wir dürfen zu ihm herauf und er zeigt uns stolz seinen Arbeitsbereich und die Kinder dürfen durch die riesigen Ferngläser schauen. Er regelt den Schiffsverkehr im Hafen der Hauptstadt. Der Hafen von La Habana ist der wichtigste Hafen Kubas. Auch riesige Kreuzfahrtschiffe laufen hier ein und aus. Von der Festung aus hat man einen tollen Blick den Malécon entlang und kann das Hotel Habana Libre, ehemals Hilton, sehen. Das Hotel war während der Revolution der vorübergehende Regierungssitz.
Nach dem Besuch des Castillo geht es zurück nach Vieja. Dort laufen wir zum Museo de la Revolución im ehemaligen Präsidentenpalast. Leider ist dieser geschlossen, so dass wir uns nur das Gebäude von außen anschauen können. Selbstverständlich darf ein Spaziergang vom Malecón über den Paseo del Prado bis hin zum Parque Central nicht fehlen. Havanna ist eine lebendige Stadt. Hier kann man viele Künstler sehen, aber auch Jugendliche, die mit Ihren Skateboards unterwegs sind. Überall ist Musik zu hören. Vor der Abfahrt nach Viñales können wir vom Busbahnhof auf noch den Plaza de la Revolución gehen und uns das Monumento a José Martí ansehen. Ringsum befinden sich die Regierungs- und Verwaltungsgebäude Kubas.



































